Individuelle Angstanalyse und Vorbereitung

Für Menschen mit Angst vor Zahnbehandlungen ist ein schrittweises Vorgehen sehr wichtig. Zuerst einmal sollten Sie die Umgebung und die Menschen, sprich die Praxisräume und das Zahnarztteam, kennen lernen, bevor eine Behandlung erfolgt. Deshalb wird nur im Notfall – etwa bei akuten Schmerzen – während Ihres ersten Termins eine Behandlung vorgenommen. Im Regelfall verläuft jedoch die erste Phase der Angstpatientenbehandlung folgendermaßen:

1. Gespräch über Ihre persönlichen Ängste vor Zahnbehandlungen
In einem ersten Gespräch mit Ihrem Zahnarzt können Sie ganz frei über Ihre Vorgeschichte reden. Hierzu nehmen Sie natürlich nicht im Behandlungsstuhl Platz, sondern sitzen Ihrem Zahnarzt ganz normal auf einem Stuhl gegenüber. Gern können Sie auch eine Begleitperson Ihres Vertrauens mitnehmen. Während dieses Gesprächs werden Fragen wie diese geklärt: Wann war Ihr letzter Zahnarztbesuch? Haben Sie schlechte Erfahrungen bei früheren Zahnbehandlungen erlebt? Was hat Sie dazu bewegt, nun doch einen Zahnarzt aufzusuchen? Welches Ergebnis wünschen Sie sich von der Behandlung? Durch Klärung dieser Fragen, die Sie alle ganz ehrlich und ohne Scham beantworten dürfen, wird die Angstanalyse durchgeführt. Sie ist wichtig, um einen auf Sie und Ihre individuellen Sorgen und Wünsche ausgerichteten Behandlungsablauf zu planen.

2. Zahnärztlicher Befund
Während man im ersten Schritt über Ihre Angst gesprochen hat, wird in einem zweiten Schritt über Ihre Zähne geredet. Welche Probleme haben Sie mit Ihren Zähnen? Wie wünschen Sie sich den Zustand Ihrer Zähne? Es ist sehr wichtig für den Zahnarzt zu wissen, wie der Patient selbst über seinen aktuellen Zahnstatus denkt, denn dies hilft schließlich, gemeinsam einen Behandlungsplan zu entwickeln. Um sich zudem ein objektives Bild über Ihren Zahnstatus zu machen, wird anschließend – mit Ihrer Zustimmung – ein zahnärztlicher Befund vorgenommen. Dabei wird auf Wunsch auf die Verwendung einer zahnärztlichen Untersuchungssonde verzichtet. Der Zahnarzt schaut lediglich in Ihren Mund und verschafft sich einen ersten Eindruck über den Zustand der Zähne und des Zahnfleisches.

3. Röntgenaufnahmen
Bei Patienten, die lange Zeit nicht beim Zahnarzt waren, ist es in den meisten Fällen notwendig, Röntgenbilder anzufertigen, um sich ein genaueres Bild über den Gesundheitszustand des Gebisses zu machen. In unserer Praxis müssen Sie zu diesem Zweck den Behandlungsraum nicht verlassen, da die Aufnahmen unkompliziert direkt vor Ort gemacht werden können. Natürlich werden wir diesen Vorgang zuvor genau mit Ihnen besprechen und Sie über jeden Schritt informieren.

4. Vorläufiger Behandlungsplan
Nachdem all diese Fragen geklärt sind, kann der zukünftige Behandlungsplan besprochen werden. Dabei geht es zunächst einmal darum, wie man mit Ihrer Angst während der Behandlung umgehen wird. Neben einfühlsamer, psychologischer Betreuung durch unser geschultes Personal, ist für viele Angstpatienten – je nach Art des Eingriffes - eine Behandlung unter Narkose zu empfehlen. So werden Sie in einen sanften Ruhe- oder Schlafzustand versetzt und behalten keine Erinnerungen an den eigentlichen Eingriff zurück. Außerdem wird in diesem Schritt gemeinsam mit Ihnen der Befund Ihrer Zähne besprochen. Welche Behandlung sollte vorgenommen werden? Benötigen Sie eventuell Zahnersatz? Und wenn ja, welche Art von Zahnersatz kommt für Sie in Frage? Natürlich werden Sie auch darüber informiert, was die gesetzlichen Krankenkassen zu tragen bereit sind und wo Zusatzkosten auf Sie zukommen würden. Am Ende dieses Beratungsgespräches entscheiden allein Sie, welche der vorgeschlagenen Behandlungsmöglichkeiten für Sie in Frage kommt.

So in etwa verlaufen die Vorbereitungen für die Behandlung von Angstpatienten. Wichtig dabei ist, dass man einander kennen lernt und sich gegenseitig informiert. Auf dieser Grundlage wird herausgefunden, was gemeinsam geleistet werden kann, um zum einen Ihre Angst zu überwinden und zum anderen Ihre Zahngesundheit wieder voll und ganz herzustellen.

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